Tim Stern – Entrepreneur • Investor • Builder
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Real Estate · 7 Min.

40 Hektar sind schnell gekauft. Eine Stadt darauf zu bauen ist etwas anderes.

Auf einem Masterplan sieht Immobilienentwicklung sauber aus. In der Realität geht es um Erde, Wasser, Straßen, Verträge und tausend Entscheidungen, über die später niemand spricht.

Wenn Menschen CryptoCity zum ersten Mal sehen, sehen sie meistens Renderings.

Villen.

Eine Marina.

Beach Club.

Palmen.

Straßen.

Meer.

So funktionieren Immobilienprojekte nun einmal. Man muss zeigen können, was an einem Ort entstehen soll, bevor es dort steht.

Das Problem beginnt, wenn man das Rendering mit dem Projekt verwechselt.

CryptoCity umfasst rund 40 Hektar Land und ist auf ungefähr 300 Grundstücke ausgelegt.

Das klingt erst einmal groß.

Aber 40 Hektar zu besitzen und auf 40 Hektar eine funktionierende Community zu bauen, sind zwei komplett unterschiedliche Dinge.

Bevor ein Haus entsteht, passiert sehr viel Unsichtbares

Eine Villa kann beeindruckend aussehen.

Eine Wasserleitung tut das selten.

Trotzdem ist die Wasserleitung wichtiger.

Wir haben bei CryptoCity über lange Zeit enorme Mengen Erde bewegt und Terrassen geschaffen. Es mussten Höhen berücksichtigt, Straßenverläufe geplant und Grundstücke sinnvoll erschlossen werden.

Bei unserer Infrastrukturplanung sprechen wir unter anderem über Kilometer von Straßen und Avenidas, Gehwege, Bordsteine und ein eigenes Frischwassersystem.

Dazu kommen Energieversorgung, Abwasser, Zufahrten und die spätere Pflege der gesamten Anlage.

Das meiste davon sieht man auf einem fertigen Immobilienfoto nicht.

Aber genau dort entscheidet sich, ob aus einem Grundstück ein Ort wird, an dem Menschen tatsächlich wohnen wollen.

Ich habe dadurch Immobilienentwicklung anders kennengelernt als jemand, der eine fertige Wohnung kauft und renoviert.

Bei einem Projekt dieser Größe kann man Probleme nicht einfach an die Hausverwaltung weiterreichen.

Irgendjemand muss sie lösen.

Und häufig sind wir dieser Jemand.

Ein Projekt besteht aus Abhängigkeiten

Wenn man ein einzelnes Haus baut, kann man viele Entscheidungen isoliert treffen.

Bei einer größeren Entwicklung geht das nicht.

Die Position einer Straße beeinflusst Grundstücke.

Das Gelände beeinflusst die Entwässerung.

Die Energieversorgung beeinflusst die Hausplanung.

Die Wasserversorgung beeinflusst Infrastruktur und Betrieb.

Der Beach Club beeinflusst, wie bestimmte Bereiche genutzt werden.

Eine Marina mit geplanten 170 Liegeplätzen verändert wiederum, wie der gesamte Standort wahrgenommen und erschlossen wird.

Jede Entscheidung zieht weitere Entscheidungen nach sich.

Das ist einer der Gründe, warum große Projekte auf Renderings oft schneller entstehen als in der Realität.

Auf dem Computer kann man eine Straße in fünf Minuten verschieben.

In der Realität vielleicht nicht mehr, sobald Erde bewegt, Leitungen geplant oder Grundstücke verkauft wurden.

Immobilienentwicklung ist zu einem großen Teil die Kunst, Entscheidungen zu treffen, deren Konsequenzen erst Jahre später vollständig sichtbar werden.

Die langweiligen Dinge sind meistens die entscheidenden

Wir haben viel Zeit mit Dingen verbracht, die später wahrscheinlich niemand fotografieren wird.

Verträge.

Parzellierungen.

Baukosten.

Fenstervarianten.

Solarleistung.

Wassertanks.

Küchen.

Zufahrten.

Genehmigungen.

Welche Leistungen sind in einem Hauspreis enthalten?

Was ist Sonderausstattung?

Wie viel Gartenfläche soll ein Kunde gestalten?

Was passiert, wenn sich Wechselkurse verändern?

Welche Entscheidungen kann ein Kunde treffen, ohne dass jedes Haus zum Einzelprojekt wird?

Das sind keine großen Schlagzeilen.

Aber genau aus diesen Fragen entsteht ein skalierbares Immobilienprodukt.

Unsere ersten Hauskunden haben das besonders deutlich gemacht.

Wenn ein Kunde plötzlich vor hunderten Materialmustern, Armaturen, Böden und Küchenoptionen sitzt, merkt man sehr schnell, ob der eigene Prozess funktioniert.

Bei uns war die Antwort: Er funktioniert, aber er kann deutlich besser werden.

Daraus entstand unter anderem die Idee für unseren Villa-Konfigurator.

Nicht weil ein Konfigurator modern aussieht.

Sondern weil er Komplexität reduziert.

Irgendwann wird aus dem Projekt ein System

Das eigentliche Ziel von CryptoCity ist für mich deshalb nicht, möglichst viele einzelne Häuser zu bauen.

Das Ziel ist, ein System zu bauen, mit dem viele Häuser, Grundstücke und gemeinschaftliche Bereiche funktionieren können.

Das ist ein großer Unterschied.

Ein einzelnes Haus kann stark von einer Person abhängen.

Ein Stadtteil darf das nicht.

Die Prozesse müssen irgendwann auch funktionieren, wenn ich nicht danebenstehe.

Standards müssen entstehen.

Dokumentation muss entstehen.

Lieferketten müssen funktionieren.

Entscheidungen müssen reproduzierbar werden.

Genau diese Phase finde ich momentan besonders interessant.

Die Renderings werden langsam durch echte Infrastruktur ersetzt.

Und je weiter das passiert, desto mehr verschiebt sich die Arbeit.

Am Anfang verkauft man eine Vorstellung.

Später muss man beweisen, dass man sie bauen kann.

Das ist deutlich schwieriger.

Aber auch deutlich interessanter.