Irgendwann sieht eine Liste meiner Projekte aus, als hätte jemand vergessen, sich auf eine Sache zu konzentrieren.
CryptoCity.
Margarita.immo.
Mission Margarita.
Cocoon Golden Age Village.
Tim's Bar.
Casa Bonita.
Dazu kleinere Projekte und neue Ideen, die regelmäßig entstehen.
Ich verstehe, warum man das zunächst für Ablenkung halten kann.
Ich sehe es inzwischen anders.
Viele dieser Unternehmen existieren gerade deshalb, weil die vorherigen existieren.
Das nächste Unternehmen beginnt meistens mit einem Problem
CryptoCity bringt Menschen nach Margarita.
Diese Menschen brauchen Informationen.
Sie brauchen teilweise Unterkünfte.
Sie interessieren sich nicht nur für Grundstücke innerhalb von CryptoCity, sondern auch für bestehende Häuser und Wohnungen auf der Insel.
Sie wollen wissen, wie Visa funktionieren.
Sie brauchen Ansprechpartner.
Sie wollen die Insel kennenlernen.
Manche bleiben.
Manche investieren.
Manche gründen selbst etwas.
Wenn ich jedes dieser Probleme an irgendeinen externen Anbieter weitergebe, verliere ich einen großen Teil der Erfahrung des Kunden.
Noch wichtiger: Ich verliere Informationen darüber, wo die Probleme tatsächlich liegen.
Deshalb ist aus einem Projekt nach und nach eine Art vertikal integriertes System entstanden.
Nicht nach einem perfekten Businessplan.
Eher aus Notwendigkeit.
Vom ersten Interesse bis zum Leben auf der Insel
Nehmen wir jemanden in Deutschland, der Margarita interessant findet.
Sein erster Kontakt kann ein Video oder ein Artikel sein.
Danach beginnt Recherche.
Wie sieht die Insel aus?
Was kosten Immobilien?
Kann ich dort wohnen?
Wie funktioniert ein Aufenthalt?
Wer hilft mir?
Welche Häuser gibt es?
Genau hier greifen unsere Projekte zunehmend ineinander.
Margarita.immo strukturiert den Immobilienmarkt und macht Objekte auffindbar.
Mission Margarita soll Menschen bei einem kompletten Neustart unterstützen – nicht nur bei der Immobiliensuche.
Casa Bonita kann Teil der Unterkunftsseite sein.
Tim's Bar ist kein Verwaltungsprozess, sondern ein sozialer Ort.
CryptoCity wiederum ist ein eigenes Immobilien- und Community-Projekt.
Cocoon richtet sich noch einmal an einen anderen Lebensabschnitt und ein anderes Nutzungskonzept.
Keines dieser Unternehmen muss jeden Kunden besitzen.
Aber jedes kann eine Lücke schließen, die wir aus dem vorherigen Schritt bereits kennen.
Das ist für mich der interessante Teil vertikaler Integration.
Der größte Vorteil ist nicht, dass man mehr Umsatzpunkte kontrolliert. Der größte Vorteil ist, dass weniger Informationen zwischen Unternehmen verloren gehen.
Die Insel ist klein genug, damit sich Systeme überschneiden
Auf Margarita ist dieser Effekt besonders stark.
Ein Kunde, der wegen CryptoCity kommt, sitzt vielleicht später in Tim's Bar.
Jemand, der zunächst über Margarita.immo ein Haus sucht, interessiert sich später für Unterstützung bei Visa und Einreise.
Ein Immobilienverkäufer, der Objekte bei Margarita.immo einstellt, kann wiederum Käufer erreichen, die über unsere Inhalte auf die Insel aufmerksam wurden.
Das bedeutet nicht, dass wir alles selbst machen sollten.
Im Gegenteil.
Ich möchte nicht irgendwann einen Elektrikerbetrieb, eine Fluggesellschaft und eine Zahnarztpraxis besitzen, nur weil unsere Kunden diese Dinge auch benötigen.
Vertikale Integration macht nur dort Sinn, wo eine Schnittstelle strategisch wichtig ist oder wiederholt schlecht funktioniert.
Immobiliensuche ist so eine Schnittstelle.
Onboarding neuer Bewohner ebenfalls.
Hausbau.
Vertrieb.
Community.
Information.
Dort lohnt es sich, eigene Systeme aufzubauen.
Das Gegenteil eines Konglomerats
Ich versuche deshalb nicht, möglichst viele Firmen zu besitzen.
Mich interessiert ein lokales Ökosystem.
Der Unterschied ist wichtig.
Ein Konglomerat kann zehn Firmen besitzen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben.
Ein Ökosystem wird stärker, wenn ein Bestandteil besser wird.
Wenn Margarita.immo mehr und bessere Objekte hat, wird Margarita für Interessenten transparenter.
Wenn mehr Interessenten kommen, profitieren Immobilienanbieter.
Wenn ein Interessent nichts für CryptoCity ist, will er vielleicht trotzdem ein Apartement kaufen. Wenn jemand ein großes Haus anfragt, kann ich ihm von CryptoCity erzählen.
Wenn mehr Menschen dauerhaft auf der Insel leben, entstehen neue Kunden für lokale Unternehmen.
Wenn CryptoCity wächst, wächst wiederum die Community.
Das ist ein Kreislauf.
Natürlich funktioniert er nur, wenn jedes einzelne Unternehmen auch einen echten Nutzen hat.
Niemand braucht eine künstliche Firmenstruktur, die nur dazu dient, Kunden im Kreis herumzureichen.
Jedes Projekt muss für sich ein Problem lösen.
Aber wenn mehrere funktionierende Unternehmen dieselbe reale Welt bedienen, entstehen Verbindungen automatisch.
Meine Definition von Fokus hat sich verändert
Früher hätte ich Fokus wahrscheinlich als „eine Firma“ definiert.
Heute definiere ich Fokus eher als „ein Markt“.
Mein Markt ist Margarita.
Menschen, die hier leben.
Menschen, die herkommen wollen.
Menschen, die Immobilien kaufen oder verkaufen.
Menschen, die Unternehmen aufbauen.
Menschen, die Dienstleistungen brauchen.
Innerhalb dieses Marktes entstehen immer wieder Engpässe.
Wenn einer groß genug ist, schaue ich ihn mir an.
Manchmal ist die richtige Lösung ein Partner.
Manchmal Software.
Manchmal ein neues Unternehmen.
Und manchmal macht man einfach gar nichts.
Vertikale Integration heißt für mich deshalb nicht, alles besitzen zu wollen.
Sie heißt, die kritischen Teile einer Erfahrung nicht dem Zufall zu überlassen.
