Tim Stern – Entrepreneur • Investor • Builder
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Technology · 6 Min.

Warum wir ein Immobilienportal gebaut haben, obwohl wir eigentlich Immobilien verkaufen wollten

Auf Margarita fehlte nicht die nächste Makler-Website. Es fehlte ein Ort, an dem der Markt überhaupt strukturiert sichtbar wurde. Also haben wir angefangen, ihn zu bauen.

Als wir Margarita.immo gestartet haben, war die Idee im Grunde banal.

Ich wollte Immobilien auf Isla Margarita vernünftig durchsuchen können.

Nicht über zwanzig Instagram-Accounts.

Nicht über WhatsApp-Gruppen.

Nicht über irgendwelche PDFs.

Nicht indem man fünf Makler anschreibt und jedem erneut erklärt, dass man ein Haus mit drei Schlafzimmern in einer bestimmten Preisklasse sucht.

Ein richtiges Portal.

Filter.

Fotos.

Preise.

Karte.

Klare Objektseiten.

Eigentlich nichts Besonderes.

Nur gab es genau das auf Margarita in der Form nicht.

Das Problem war nicht fehlendes Angebot

Auf Margarita werden permanent Häuser, Wohnungen und Grundstücke angeboten.

Das Problem ist die Struktur.

Viele Objekte bewegen sich über persönliche Netzwerke.

Ein Makler kennt einen Eigentümer.

Jemand postet etwas auf Instagram.

Eine Telefonnummer landet in einer WhatsApp-Gruppe.

Ein anderer Makler kopiert die Fotos.

Plötzlich gibt es dasselbe Haus mit drei Preisen und vier Ansprechpartnern.

Absolute Katastrophe.

Für einen lokalen Käufer, der viele Leute kennt, kann dieses System funktionieren.

Für jemanden aus Deutschland, Österreich, der Schweiz oder den USA ist es extrem ineffizient.

Er kennt die richtigen Kontakte nicht.

Er weiß nicht, welche Gegend zu ihm passt.

Er kann Angebote schwer vergleichen.

Und häufig fehlen bereits bei der ersten Anzeige Informationen, die in anderen Märkten selbstverständlich wären.

Genau dort begann Margarita.immo.

Nicht als klassische Maklerhomepage.

Als Infrastruktur.

Wir bauen im Grunde die Oberfläche des Marktes

Ich schaue mir dabei bewusst Portale wie ImmobilienScout24 an.

Nicht weil Margarita plötzlich Deutschland werden soll.

Sondern weil gute Software bestimmte Probleme bereits gelöst hat.

Menschen wollen nach Preis filtern.

Sie wollen nach Immobilientyp filtern.

Sie wollen Fotos sehen.

Sie wollen Objekte speichern und vergleichen.

Sie möchten eine Gegend verstehen.

Und sie möchten wissen, wen sie kontaktieren.

Das ist keine deutsche Besonderheit.

Das ist einfach eine bessere Nutzererfahrung.

Deshalb bauen wir Margarita.immo inzwischen weit über eine normale Immobilienseite hinaus.

Es gibt ein eigenes Portal.

Ein Backend für Objekte.

Eigene Prozesse für Makler und Verkäufer.

Ein physisches Büro.

Im Schaufenster hängen nicht einfach ausgedruckte Exposés, sondern mehrere Fernseher, die Immobilien automatisch nach Preisklassen anzeigen.

Einer zeigt Objekte bis 50.000 Dollar.

Andere decken höhere Segmente ab.

Der mittlere Bildschirm soll Informationen über Margarita, das Team und ausgewählte Inhalte anzeigen.

Das klingt nach einem kleinen Detail.

Für mich zeigt es aber, wohin das Projekt geht.

Online und offline sollen dieselben Daten benutzen.

Ein Portal wird erst interessant, wenn niemand mehr alles manuell machen muss

Der nächste Schritt ist Automatisierung.

Wenn ein Objekt im System sauber angelegt ist, sollte es nicht jedes Mal neu für unterschiedliche Kanäle aufbereitet werden müssen.

Website.

Schaufenster.

Social Media.

Andere Immobilienplattformen.

Vielleicht internationale Portale.

Wir arbeiten deshalb auch an Möglichkeiten, ausgewählte Objekte gezielt auf externe Plattformen zu übertragen.

Wichtig ist dabei „ausgewählt“.

Ich will keinen Automatismus, der jede Immobilie mit schlechten Handyfotos ungeprüft überall veröffentlicht.

Im Admin-Bereich stelle ich mir eher einen Launch-Button vor.

Ein Objekt wird intern vorbereitet.

Fotos werden geprüft.

Daten werden geprüft.

Dann entscheidet jemand bewusst, dass es bereit für einen bestimmten Kanal ist.

Software soll den Menschen nicht aus dem Prozess entfernen.

Sie soll die stumpfen Teile entfernen.

Der eigentliche Vorteil entsteht mit Daten

Ein Immobilienportal produziert nebenbei etwas, das in einem fragmentierten Markt kaum existiert:

strukturierte Daten.

Welche Preise werden aufgerufen?

Welche Gegenden werden gesucht?

Was klicken internationale Käufer an?

Welche Preisklasse bekommt die meisten Anfragen?

Wie lange bleibt ein Objekt verfügbar?

Welche Bilder funktionieren?

Welche Fragen stellen Interessenten?

Je größer das Portal wird, desto besser können diese Fragen beantwortet werden.

Und dann wird aus einer Website langsam echte Marktinfrastruktur.

Das ist langfristig wesentlich interessanter als irgendein schönes Frontend.

Wenn ein Markt unübersichtlich ist, ist Ordnung selbst ein Produkt.

Wir haben Margarita.immo deshalb nicht gebaut, weil die Immobilienbranche technologisch besonders spannend ist.

Wir haben es gebaut, weil uns die fehlende Technologie jeden Tag genervt hat.

Das ist meistens ein ziemlich guter Ausgangspunkt für Software.